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Man kann Szenarien erstellen, aber am Ende muss man sich festlegen

„Man kann Szenarien erstellen, aber am Ende muss man sich festlegen.“
Dieser Satz beschreibt das Grunddilemma moderner Steuerung besser als jede Methodendiskussion. Uwe Pohlers von den Leipziger Verkehrsbetrieben hat das in seinem Vortrag auf dem ManCon-Kongress gesagt.
Die LVB haben seit vielen Jahren ein ausgereiftes Treibermodell, bauen konsistente Szenarien und können strategische Entscheidungen in kürzester Zeit bewerten. Trotzdem verlangt die Satzung einen Wirtschaftsplan mit konkreten Zahlen und einer Fünfjahresperspektive.
Szenarien liefern Bandbreiten und Entscheidungslogiken. Gremien wollen eine Zahl.
Was bei den LVB funktioniert: aus den Szenarien heraus Zielpunkte und Budgets ableiten. Und das Ergebnis der Szenarioarbeit dann in die Governance-Sprache übersetzen, ohne den Erkenntnisgewinn zu verlieren.
Übrigens kann selbst das beste Treibermodell nicht alle Aspekte der Steuerung abdecken. An bestimmten Stellen braucht das Controlling weiterhin die kostenrechnerische Detailtiefe, die ein Treibermodell bewusst nicht liefert.
Diese Offenheit hat mich beeindruckt. Hier arbeitet jemand seit Jahren an einem echten Problem und zeigt offen, wo es noch Potenzial gibt.
Die Methode ist seit Jahren reif. Die Governance-Strukturen noch nicht.