Veröffentlicht am

Warum IT-Projekte aus dem Ruder laufen

Ein Laptop auf einem Schreibtisch, auf dem Bildschirm ein großes lächelndes Smiley.

Warum laufen IT-Projekte aus dem Ruder, überschreiten Zeit- und Kostenpläne oder scheitern ganz? Dieser Frage hat sich der Economist gewidmet.

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten IT-Projekte bleiben im vereinbarten Budgetrahmen, nur etwa ein Fünftel überschreitet die geplanten Kosten um mehr als die Hälfte. Die schlechte: Bei den problematischen Projekten sprengt der Mittelwert die Vorgaben dann gleich um mehrere hundert Prozent.

Drei Gründe fallen dabei besonders auf.

Zu viel Optimismus. Zu Beginn gehen viele Beteiligte mit einer zu positiven Einstellung an die Sache und übersehen Stolperfallen. Zeitpläne und Budgets basieren auf Wunschdenken statt auf realistischen Einschätzungen.

Fehlende Standards und Referenzwerte. Anders als in klassischen Ingenieurdisziplinen gibt es in der Softwareentwicklung selten etablierte Richtlinien oder verlässliche Benchmarks. Ohne sie ist Komplexität kaum realistisch einzuschätzen.

Scope Creep. Gerade kleine Anpassungen im Projektumfang entpuppen sich als Sprengstoff für Zeitplan und Budget. Unklare Zuständigkeiten verstärken das.

Aus zehn Jahren Projekten in der Unternehmenssteuerung würde ich drei Dinge dagegensetzen: eine klar verabschiedete Value Proposition, bevor es losgeht, damit alle Beteiligten dasselbe Ziel vor Augen haben. Ein iteratives Vorgehen, das neue Erkenntnisse aufnehmen kann, statt sie als Störung zu behandeln. Und offene Kommunikation über Fortschritt und Probleme, weil Change Management nicht am Ende beginnt, sondern am Anfang.

Keiner dieser Punkte ist neu. Genau das ist das Erstaunliche.

Original auf LinkedIn ansehen