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Ein Pilotprojekt ist kein Sprung ins Ungewisse

Illustration: Eine Person im Anzug fällt rückwärts in ein Bällebad in einem Büro, darüber eine Gedankenblase mit einem Rechenzentrum.

Neulich in einem Vorgespräch: „Können Sie uns noch Zertifizierungen, Referenzen und die IT-Checkliste schicken? Wir müssen auch sensible Daten verarbeiten.“

Ich mag solche Fragen. Nicht weil sie misstrauisch klingen, sondern weil sie zeigen, dass das Thema ernst genommen wird. Security, Zugriffskonzepte, Datenklassifikation: Das gehört sauber geklärt, bevor ein neuer Anwendungsfall produktiv geht.

Was ich dabei oft beobachte: Die legitime Security-Diskussion vermischt sich mit der Pilot-Frage. Und plötzlich wirkt der Pilot selbst wie ein Risiko-Experiment.

Dabei ist ein gutes Pilotprojekt das Gegenteil. Kein Ausprobieren, ob es irgendwie klappt, sondern ein kontrollierter Proof of Value mit klaren Leitplanken.

Konkret heißt das: In zwei bis vier Wochen entsteht ein erstes Treibermodell. Szenarien werden live durchgespielt, mit echten Treiberwirkungen. Eine konkrete Steuerungsfrage wird beantwortet. Am Ende steht ein Go oder No-Go anhand vorab definierter Kriterien.

Das größere Risiko ist selten der Pilot. Das größere Risiko ist, weiter in Steuerungslogiken zu investieren, die Abweichungen erklären, anstatt Entscheidungen vorzubereiten.

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