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68 Prozent Wahrscheinlichkeit, und dann?

Monte-Carlo-Simulation war vor Jahren Teil unserer Software, technisch einwandfrei. Trotzdem wollte sie niemand haben.

Zuletzt habe ich mich wieder mehr mit Bandbreitenplanung beschäftigt. Der Grundgedanke ist sinnvoll: weg von der einen Planzahl, hin zu einem Korridor. An dieser Stelle kommt oft Monte Carlo ins Spiel. Das Verfahren nimmt unsichere Annahmen, hinterlegt Wahrscheinlichkeitsverteilungen und simuliert tausende Szenarien. Am Ende steht eine Verteilung statt einer einzelnen Zahl: Mit 68 Prozent Wahrscheinlichkeit erreichen wir mindestens dieses EBITDA.

In unseren Werttreibermodellen ließen sich Verteilungen für Treiberwerte hinterlegen. In Demos gab es durchweg positives Feedback, wir hatten sogar einen Partner, der die Lösung vermarkten wollte.

Warum wollte es trotzdem niemand nutzen?

Wir haben das lange auf fehlendes Statistikwissen geschoben. Irgendwann musste ich mir die Frage selbst stellen: Was mache ich konkret mit 68 Prozent Wahrscheinlichkeit? Welche Entscheidung treffe ich damit anders als vorher?

Mittlerweile glaube ich, es fehlte eine vorab definierte Regel. Bei welchem Perzentil greift welche Maßnahme? Was ist der nächste Schritt nach dem Ergebnis? Ohne diese Regel bleibt jede Wahrscheinlichkeitsaussage folgenlos.

Monte Carlo ist methodisch die bessere Antwort auf Unsicherheit. Trotzdem sehe ich sie in der Steuerung noch immer sehr selten.

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