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Gerade bei schlechten Zahlen braucht es weniger Kontrolle

In den vergangenen Wochen beherrschten verfehlte Ziele, Sparkurse und Personalabbau die Nachrichten. Der Reflex in dieser Lage ist fast immer derselbe: mehr Kontrolle. Engere Berichtszyklen, tiefere Detaillierung, mehr Genehmigungsschleifen.
Verständlich ist das. Nur hilft es selten.
Wenn die Zahlen schlecht sind, ist die entscheidende Frage nicht, wie genau man das Problem vermessen kann. Sondern welche Handlungsoptionen überhaupt bestehen und welche davon wirken.
Dazu braucht es weniger Kontrolle und mehr Vorstellungskraft. Nicht im Sinne von Optimismus, sondern als Haltung: Wir können gestalten, wir können vorausdenken, wir können agieren.
Mehr Kontrolle beschreibt die Vergangenheit genauer. Sie eröffnet keine einzige neue Option.
Gute Steuerung entsteht nicht aus der Angst vor Abweichungen, sondern aus der Bereitschaft, Zukunft als beeinflussbar zu begreifen.