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Neue Anforderungen, alte Software: Muss es immer ein neues Tool sein?

Illustration: Ein Team füllt Wein aus einem Schlauch in grüne Flaschen, daneben stehen leere Flaschen.

„Neuer Wein in alten Schläuchen“ war mein erster Gedanke, als mir kürzlich empfohlen wurde, noch einmal in unser über sechs Jahre altes CRM-System zu investieren, statt eine neue Lösung anzuschaffen.

Derselbe Gedanke begleitet mich in vielen Gesprächen mit Controlling- und Finance-Verantwortlichen. Wenn sich Anforderungen ändern oder Planungs- und Forecast-Prozesse modernisiert werden sollen: Muss die Antwort immer „neue Software“ lauten?

Aus meiner Sicht nicht. Oft liegt erhebliches Potenzial darin, ein bewährtes System für neue Aufgaben fit zu machen. Das schont Budgets, nutzt vorhandene Skills im Team und erleichtert das Change Management, weil nur der Prozess neu ist und nicht die Technologie darunter. Aufwändige Schritte wie Anbieterauswahl und Basistrainings entfallen, und Schnittstellen zu anderen Systemen bestehen meist schon.

In fast 20 Jahren im Software-Umfeld für Controlling und Finance habe ich beides oft erlebt: den großen Wurf mit einer neuen Lösung und das kluge Weiterentwickeln des Bestehenden. Beides kann richtig sein.

Umso spannender finde ich, dass wir diesen zweiten Weg zurzeit häufiger mit langjährigen Kunden gehen. Ihre etablierten Simulationsmodelle werden flexibel und mit überschaubarem Aufwand an neue Anforderungen angepasst, meist zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Die eigentliche Frage ist selten, welches Tool das beste ist. Sondern, wo der Engpass wirklich liegt.

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