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Wer steuert ESG eigentlich?

Die Nachhaltigkeitszahlen landen im Nachhaltigkeitsbericht. Die Finanzziele im Geschäftsbericht. Oft beim selben Vorstand. Und trotzdem selten in derselben Steuerungsrunde.
Die EU hat den Kreis der CSRD-berichtspflichtigen Unternehmen massiv zusammengestrichen. Wer übrig bleibt, berichtet ab 2027. Für alle anderen wird ESG-Berichterstattung freiwillig. In beiden Fällen bleibt die Frage: Wer steuert das eigentlich?
Ich beobachte oft dasselbe Muster. Daten werden aufgebaut, Berichte vorbereitet. Aber wenn man fragt, welche ESG-Ziele konkret in der Planung verankert sind, wird es still. Knapp die Hälfte der Unternehmen steuert ESG derzeit ohne quantifizierte Ziele. Kein Maßnahmenplan, kein Tracking.
Dabei können Controller mit Non-Financials umgehen. Sie machen das seit Jahren: Qualität, Durchlaufzeiten, Kundenzufriedenheit. Die Methoden sind da.
Was fehlt, ist die Verbindung: Ziele, Maßnahme, Abweichungsanalyse. Also genau das, was das Controlling im Schlaf kann.
Und ehrlich gesagt wird die Unterscheidung zwischen finanziell und nicht-finanziell ohnehin fragiler. Sobald CO2 einen Preis hat und Lieferketten ESG-Konformität verlangen, ist das keine Paralleldimension mehr.