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Die Debatte über China dreht sich um Kosten. Das Problem ist die Reaktionszeit

Die Debatte über China dreht sich um Kosten. Das eigentliche Problem ist, wie schnell wir reagieren.
Ich höre das häufig in Gesprächen mit Industrie-CFOs. Der Reflex ist immer derselbe: günstiger werden, Stückkosten runter. Wahrscheinlich stimmt das auch.
Nur erklärt es nicht, warum ein Wettbewerber aus Shenzhen ein Produkt in der Zeit auf den Markt bringt, in der bei uns noch die Mittelfristplanung abgestimmt wird.
Das Kostenniveau spielt eine Rolle. Der Unterschied liegt aber insbesondere im Takt der Steuerung. Wir planen einmal im Jahr im kleinsten Detail, rechnen dann dreimal einen Forecast und behandeln alles dazwischen als Sonderrunde. Lockdown und Kurzarbeit, Zölle, Angriffskriege. Jedes Mal ad hoc, jedes Mal von vorn.
Und ja, das ist keine Frage der Software. Es hängt eher davon ab, ob das Steuerungsmodell es überhaupt erlaubt, eine Annahme zu ändern und sofort zu verstehen, was das für EBIT und Cashflow bedeutet.
Über Kosten lässt sich verhandeln. Über die Geschwindigkeit der eigenen Steuerung nicht.